Das S*Team und das SchüPa

v.l.n.r.: Marie, Selvijan, Stella, Marin, Jonatan, Ali (nicht vollständig)

An der ILB wählen die Schülerinnen und Schüler jedes Jahr ihr Schulsprecher*innenteam – das S*Team. Dieses ist im Schulversuch verankert und hat Sitz und Stimme - genau genommen vier Stimmen an der Zahl – im Schulforum. Das S*team vertritt die Schule bei vielen Gelegenheiten nach außen und versucht, Anliegen und Wünsche der Schüler*innen innerhalb der Schule durchzusetzen.

 

SchüPa ist die Abkürzung für Schüler*innenparlament und steht für eine Vollversammlung aller Schüler und Schülerinnen der ILB.

Die Wahl

Zuerst stellen sich Kandidat*innen anfang des Schuljahres zur Wahl. Sie bewerben sich mit Plakaten und einer Vorstellungstour durch alle Stammgruppen.

Anschließend dürfen alle Kinder ganz echt, wie im späteren Leben auch, zur Urne schreiten. Am Wahltag kommen die Schüler*innen ins Wahllokal. Es gibt eine echte Wahlurne, Wahlkabinen und das nötige Personal.

 

 

Die Wahlkommission, gebildet aus Schüler*innen, führt Listen, händigt die Wahlzettel aus, überprüft die Wahlberechtigung und kontrolliert von Zeit zu Zeit die Wahlkabinen. Kinder, die Unterstützung brauchen, werden von dafür vorgesehenen Assistent*innen in die Kabine gebracht und gegebenenfalls nochmals neutral beraten, was zu tun ist. Zur leichteren Umsetzung sind die Stimmzettel mit Namen und Foto ausgeführt.

Am Ende wird ausgezählt - ein spannender und intensiver Vorgang! Weißer Rauch - die Verkündigung des Ergebnisses durch den Lautsprecher und Aushängen von Plakaten schließen den Vorgang ab.

Die Gewählten werden von Josef, dem Direktor und in der Folge häufigem Verhandlungspartner feierlich empfangen und üben ein Jahr lang ihre Funktion aus.

Aufgaben

Das Schulsprecher*innenteam ist geschlechterparitätisch besetzt und besteht aus vier Personen des Ausgangsclusters C - die "Schulsprecher*innen", sowie aus 4 bis 6 SchülerInnen aus B und A, die "Clustersprecher*innen". Sie entscheiden immer im Team. Nun kann sich jedes Kind der ILB persönlich, über den Briefkasten oder bei Versammlungen an seine Vertreter*innen wenden. Wöchentliche mindestens einstündige Sitzungen des S*teams sind Pflicht, reichen aber bei Weitem nicht aus um die vielen Aufgaben zu meistern. Auch außerhalb der Schulzeit wird gearbeitet. Bald schon macht sich bemerkbar, wem es um die "Ehre" geht und wer wirklich eine Funktion ausüben kann. Keine leichte Aufgabe!

Häufig geht es um die Genehmigung von Feiern und Festen. Oft bleibt die Organisation ebenfalls in den Händen des S*teams!

Auf Schüler*inneninitiative beruhen zum Beispiel der Schulball für die Größeren, die Schulparty für die jungen Kinder, das Sportfest zum Schulschluß und das gemeinsame schulweite Halloweenfest.

Die neuen Reckstangen im Hof, das Aufstellung eines Milchautomaten, die Beratung bei der Essensbestellung, die Teilnahme an Kundgebungen, das Aushandeln vonUnterstützungen mit dem Elternverein sind nur einige Aufgaben, die bereits bewältigt wurden. Es gibt auch Beispiele erfolgloser Initiativen, wie Spinde für alle des Ausgangs- und Übergangsclusters, anhand derer Frustrationtoleranz geübt werden kann.

Luzia Bäck

Meine Aufgabe ist es, das Team von der Wahl bis zum Schulschluß zu coachen, bereits davor bin ich für die Einschulung der Wahlkommission und die organisatorische Durchführung der Wahl zuständig. Ich unterstütze alle Vorhaben im Hintergrund und bewahre die Gruppe möglichst vor "Auftragswerken" - denn ob ein Job "etwas für die Schulsprecher*innen" wäre oder nicht entscheidet das Schulsprecher*innenteam.

Die Vermischung von Anbahnung demokratischer Entscheidung und deren ganz praktischer Durchführung ist durchaus gegeben. Es sprengt leider die Grenzen, mittels regelmäßiger Abhaltung des Schüler*innenparlaments - der Vollversammlung aller Schüler*innen - genügend Rückkopplung zu erreichen und gegebenenfalls Arbeitsgruppen zu bilden. Die Klassensprecher*innentreffen sind eine Möglichkeit, die allerdings oft einmal an der eher losen Verankerung des Systems in den einzelnen Stammgruppen scheitert. Ein Lernprozess.    

Es ist manchmal sehr anspruchsvoll, die Jugendlichen zur zusätzlichen Arbeit neben den Herausforderungen des Schulalltages zu motivieren und ihnen den Rücken freizuhalten. Nicht immer trifft das zusätzliche Engagement auf Verständnis. Da es sich um ein großes Team handelt, können die "Mühen der Ebene" aber durchaus bewältigt werden.

Auch die Delegations- und Erwartungshaltungen mancher Kinder an das Team sind eine durchaus harte Schule auf dem ersten Schritt ins Ausüben eines politischen Amtes. Ganz wie im echten Leben, eben.

Jedenfalls hatten alle Jugendlichen, die sich dieser Herausforderung einmal gestellt haben ein vielfältiges, sehr praxisorientiertes und wertvolles Übungsfeld, das ihnen  - davon bin ich überzeugt - in vieler Hinsicht zugute kommen wird. Ich begleite diese Prozesse sehr gern und bin froh darüber, dass die ILB dieses Lernfeld für alle Beteiligten bietet.

Luzia Bäck